Das SchwÀbische Jugendsinfonieorchester

Ein „Fest der Sinne“ fĂŒr die ganze Familie


Das Herbstprogramm 2015 des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters unter der künstlerischen Leitung von Allan Bergius widmet sich drei 150. Jubiläen. Die „Unvollendete“ 7. Sinfonie h-Moll von Franz Schubert wurde vor 150 Jahren uraufgeführt und gilt heute trotz ihrer fehlenden Sätze als vollkommen. Jean Sibelius, der wohl größte nachromantische Komponist Finnlands, dessen Werke immer wieder mit der Nationenbildung Finnlands in Zusammenhang gebracht werden, wäre 150 Jahre alt geworden. Von ihm steht die 2. Sinfonie D-Dur op. 43 mit einem geradezu hymnischen vierten Satz auf dem Programm. 

Eröffnet werden die Konzerte von der wohl bekanntesten Tondichtung Paul Dukas‘, dem Zauberlehrling nach der gleichnamigen Ballade von Goethe. Das Werk übersetzt den Goethe-Text derart meisterhaft in Musik, dass es sogar Eingang in den überaus erfolgreichen Episoden-Film Fantasia von Walt Disney fand. Auch Dukas feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag!

Über 55 Jahre und noch immer jung! Das Schwäbische Jugendsinfonieorchester ist eines der herausragendsten Jugendorchester in Süddeutschland. Seit seiner Gründung durch den Augsburger Richard Maier im Jahr 1959 ist es zu einem großen Sinfonieorchester mit bis zu 100 jugendlichen Teilnehmern angewachsen. Eine Mitgliedschaft in diesem in Schwaben einzigartigen Klangkörper kann nur durch ein bestandenes Probespiel erworben werden.

Im Laufe der Zeit haben mehr als 3.000 Jugendliche aus Schwaben und über 100 Solisten aus vielen Teilen der Welt in mehr als 300 Konzerten über 350 verschiedene Werke des abendländischen Konzertrepertoires gespielt. Eine Vielzahl der ehemaligen Mitglieder gehören heute bedeutenden Orchestern an (Berliner Philharmoniker, Rundfunkorchestern in München, Stuttgart, Hamburg, Hannover und Köln).

Zweimal jährlich kommt das Orchester zu Probenwochen zusammen. Zum Abschluss dieser Wochen konzertieren die Jugendlichen mindestens dreimal in ganz Schwaben und darüber hinaus.

Für die stets beachtlichen spieltechnischen und musikalischen Leistungen der jungen Musikerinnen und Musiker ist die seit vielen Jahren konstante Gruppe an Dozenten verantwortlich, die dem Dirigenten bei der Einstudierung zur Seite steht.



Beinahe alle der zumeist sehr jungen Solistinnen und Solisten, die zum Teil mehrfach mit dem SchwĂ€bischen Jugendsinfonieorchester aufgetreten sind, haben inzwischen große internationale Wettbewerbe gewonnen und gastieren heute aus allen wichtigen Konzertpodien der Welt: die GeigerInnen Ursula Berg, Karina Buschinger, Carolin Widmann, Veronika Eberle und Nicolai Satschenko, die Hornistin Claudia Strenckert die Cellisten Johannes Moser und Maximilian Hornung.

Livemitschnitte der Konzerte und Studioproduktionen, die auch als CD erscheinen werden immer wieder von den Rundfunkanstalten gesendet. Beim deutsch-italienischen Label Aulos erschien eine CD mit Werken von César Frank, Gabriel Fauré und Maurice Ravel.

Aufgrund der GrĂ¶ĂŸe und der umfangreichen Besetzung zĂ€hlt vor allem die große Orchesterliteratur des 19 Jahrhunderts zum Repertoire des Orchesters. Unter der kĂŒnstlerischen Verantwortung von Christian Pyhrr kamen zunehmend Werke des 20. Jahrhunderts zur AuffĂŒhrung wie z. B. die 5. und 10. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, „Feuervogel“ von Igor Strawinsky, „La mer“ von Claude Debussy, das Violinkonzert von Alban Berg, das Konzert fĂŒr Orchester sowie das 2. Violinkonzert und das Konzert fĂŒr Viola und Orchester von BĂšla BartĂłk, außerdem von Noam Sheriff „Prayers“ fĂŒr Streichorchester u.v.m..

AnlĂ€sslich des 50jĂ€hrigen JubilĂ€ums erteilte das Orchester KompositionsauftrĂ€ge an junge deutsche Komponisten. Benjamin Scheuers Werk „haydn/dionysos/gespiegelt“ wurde im Rahmen der JubilĂ€umskonzerte im Herbst 2009 uraufgefĂŒhrt. Die Komposition von Gordon Kampe „Engel.Wölfe“ begeisterte Orchester und Publikum gleichermaßen.

Wiederholt wurde das Orchester zu Gastkonzerten verpflichtet. Hervorzuheben sind dabei u.a. das Festkonzert zum Internationalen Wagner-Kongress in Augsburg sowie die Einladung zu den Ottobeurer Basilika-Konzerten. Im Jahr 2007 trat das SchwĂ€bische Jugendsinfonieorchester anlĂ€sslich des 20jĂ€hrigen PartnerschaftsjubilĂ€ums des Bezirks Schwaben im Departement Mayenne in Laval auf. Der Rotary-Club Augsburg-Fuggerstadt verlieh dem SJSO den Förderpreis fĂŒr die junge Generation. Im Haydn-Jahr 2009 brachte das Orchester zusammen mit dem Jungen Vocalensemble der SchĂŒlerakademie Schwaben dreimal das Oratorium „Die Schöpfung“ zur AuffĂŒhrung, u.a. in der Wieskirche.

Allan Bergius, der seit 2012 die musikalische Leitung inne hat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Orchester weiterzufĂŒhren und neue kĂŒnstlerische Wege zu beschreiten. Unter seiner Leitung kam bereits „Le sacre du Printemps“ von Igor Strawinsky zur AuffĂŒhrung.



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